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Plastikmüll in den Ozeanen

By 19. Juli 2017 No Comments

Eine tödliche Falle für Meerestiere
Dr. Tanja Breining, Fachreferentin für Fische und Meerestiere bei PETA

30 Plastiktüten und sehr viel Mikroplastik entdeckten Forscher der norwegischen Universität Bergen im Magen eines Cuvier-Schnabelwals. Auch in Fischen aus der Nord- und Ostsee, wie Makrele, Kabeljau und Hering, wurden Mikroplastikteile gefunden.

Zwischen fünf und dreizehn Millionen Tonnen Plastikmüll landet jedes Jahr in den Ozeanen. Diese Berechnung stammt von der amerikanischen Meeresforscherin Jenna Jambeck. In der Fachzeitschrift Science veröffentlichte sie gemeinsam mit einem Forscherteam eine Studie, die zeigt, dass das Problem bereits an Land entsteht: Ein Großteil des Plastikmülls vom Land wird durch den Wind oder über die Flüsse in die Weltmeere getrieben. Im Salzwasser zerfällt das Plastik unter Einwirkung von Strömungen und UV-Strahlen in kleine Partikel, die für bis zu 600 Jahre nicht verschwinden.

Diese Mikroplastikpartikel werden von Meerestieren wie Fischen und Schildkröten oder von Seevögeln mit Nahrung verwechselt und verzehrt. So finden sich regelmäßig Plastikreste in den Mägen von Seevögeln. Da sie aus diesem Grund keine Nahrung mehr aufnehmen, verhungern die Vögel. Laut Angaben des Umweltbundesamts braucht eine Plastikflasche ganze 450 Jahre, eine Angelschnur oder Fischernetze sogar 600 Jahre, bis sie zersetzt sind. Da die Netze meist aus nahezu unzersetzbaren Kunststoffen bestehen, töten sie über viele Monate hinweg Fische, Delfine, Wale, Vögel und Meeresschildkröten, die sich in den im Wasser treibenden Fallen verfangen.

Wie können wir die Ozeane und ihre Bewohner vor Plastik schützen?

Eine Umweltbewusstseinsstudie hat gezeigt, dass die Deutschen den Plastikmüll in den Weltmeeren für das „größte aktuelle Umweltproblem“ halten. Wenn wir uns des Problems bewusst sind, können wir auch gezielt handeln – zum Beispiel, indem wir Plastiktüten und Plastikflaschen konsequent meiden und Plastikverpackungen möglichst umgehen. Statt Plastiktüten können wir Papiertüten, Stofftaschen oder Körbe verwenden und anstelle von Plastikflaschen Glasflaschen kaufen oder auf Wassersprudler (z. B. von SodaStream) umsteigen.

Wir können aufhören, Fische zu essen und zu angeln, um die Fische und die anderen Meeresbewohner vor im Wasser treibenden Angelschnüren und Netzteilen zu schützen. Damit nehmen wir selbst ebenfalls keine Mikroplastikpartikel über die Nahrung auf. Wir können Plastikmüll am Strand und im Meer einsammeln (statt ihn zu ignorieren) und ihn zu Hause sachgerecht entsorgen. Wir können an Politiker appellieren, die Herstellung von Plastikverpackungen zu limitieren und nach Alternativen zu suchen. Im Voraus herzlichen Dank für euren Einsatz für die Ozeane und ihre Bewohner!

 

Hier geht es zur Petition gegen unnötigen Plastikmüll: https://www.change.org/p/befreit-deutschland-und-österreich-jetzt-von-unnötigem-plastikmüll

Sandra Bittmann

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